Jagd auf die erste EM-Medaille

04. September 2026

Highscore, Hitze, Härtetest: Wie sich Valentin für den Showdown um Edelmetall bei der Europameisterschaft in Form gebracht hat.

Ready. Set. RACE! Valentin Bontus startet am Montag in die Formula Kite-Europameisterschaft im türkischen Gökova. Der letzte Speed-Check am Akyaka Kite Beach macht Lust auf mehr, nämlich die erste EM-Medaille überhaupt und das zweite Edelmetall bei einem Großereignis in der Comeback-Saison des Olympiasiegers. Der im August die magische 1.000-Kilometer-Marke geknackt hat und damit die Nummer 1 in Österreich war.

Der Vergleich macht sicher. Und den hat Valentin Bontus sich in den letzten Tagen auf dem Wasser geholt, nämlich mit der europäischen Kitesurf-Konkurrenz. „Vom Speed her bin ich auf jeden Fall ganz vorne dabei“, hat der 25-Jährige die Zeit genützt, um das schnellste Material für den EM-Showdown in der Türkei auszuwählen.

Und auch die letzten Fragezeichen in Sachen Wind und Wetter am Akyaka Kite Beach sind mittlerweile ausgeräumt: „Unsere Sorgen, dass die Hitze die Bedingungen verändert, waren unbegründet. Es hat jeden Tag konstant 35, 36 Grad, aber das tut dem Wind nichts zur Sache.“ Nachsatz: „Die Konditionen liegen mir, es wird vor allem auf die Starts und die technischen Details ankommen. Schnell allein ist nicht genug, aber daran haben wir gearbeitet.“

Es ist also angerichtet für das zweite Großereignis in dieser Saison – und Olympiasieger Bontus möchte wie schon bei der Weltmeisterschaft, wo er Bronze gewonnen hat, mit „Übergepäck“ nach Hause reisen. Es wäre das erste EM-Edelmetall seiner Karriere. „Die Karten werden neu gemischt, das Minimalziel sind die Top-Ten. Aber natürlich ist es die Hauptregatta, auf die wir nach dem Comeback hingearbeitet haben und dafür wollen wir uns schon belohnen“, so der 25-Jährige, der nach seinem Kreuzbandriss längst wieder in der Weltspitze angekommen ist.

„Das Gute ist: die Verletzung spielt überhaupt keine Rolle mehr, ist gar nicht präsent. Es gibt aber noch den einen oder anderen Punkt, wo ich merke, dass mir eine ganze Saison fehlt, zum Beispiel bei der Routine im Rennen oder beim Gespür in engen Situationen. Aber mit jedem Kilometer kommt das zurück und ich weiß, dass ich wieder voll durchziehen kann.“

Apropos Kilometer: von jenen am Wasser hat der Niederösterreicher im August 1.003 gesammelt – und damit den High-Score in der Waterspeed-App aufgestellt. „Ich tracke meine Sessions immer, damit wir Datenmaterial für die Analyse haben, aber ich habe mir noch nie ausgerechnet, was da eigentlich so zusammenkommt. 1.000 Kilometer ist schon ein Brett, aber es unterstreicht, wie intensiv wir uns auf die Europameisterschaft vorbereitet haben.“

In der vom Österreichischen Segelverband ins Leben gerufenen „Mein perfektes Jahr“-Challenge liegt Bontus mit aktuell 2.099 Kilometern auf Platz zwei. Alle heimischen Wassersportler:innen können von Juni 2026 bis Juni 2027 ihre Zeit am Wasser tracken, egal ob Segler:innen, Kiter:innen oder Windsurfer:innen. Seit dem Start wurden bereits mehr als 30.000 Kilometer gesammelt.