Vollgas-Modus am "Ballermann"

29. März 2026

Valentin Bontus is back! Ein Jahr nach seiner schweren Knieverletzung feiert der Olympiasieger vor Mallorca sein Regatta-Comeback.

Glaubt man einem der größten Ballermann-Hits, dann ist „Malle“ nur einmal im Jahr. Nicht so für Valentin Bontus, der heuer bereits zum zweiten Mal auf Mallorca ist. Nach einem intensiven Trainingsblock mit dem OeSV-Nationalteam und einem kurzen Zwischenstopp in der Heimat kehrte der Niederösterreicher auf die Balearen zurück, um ebendort ab Dienstag bei der Trofeo Princesa Sofia (27. März bis 4. April) sein Race-Comeback zu feiern – mit gemischten Gefühlen!

Fast ein Jahr war Valentin Bontus nach seiner Knieverletzung nur Zuschauer, nun schaltet der Olympiasieger von 2024 wieder in den Vollgas-Modus. „Endlich“, strahlt der 25-Jährige am Strand von Palma di Mallorca. Die Vorfreude ist angesichts der gezeigten Trainingsleistungen groß. Auf Fuerteventura konnte Bontus die inoffizielle „Coaches Regatta“ für sich entscheiden.

Und doch fährt vor dem ersten Renneinsatz unter echten Bedingungen seit einem Jahr ein bisschen die Ungewissheit mit. „Wir haben in den letzten Wochen und Monaten sehr gut gearbeitet, waren bei der Suche nach dem perfekten Set-Up sehr erfolgreich – aber ich war trotzdem ein Jahr außer Gefecht. Und die anderen haben nicht geschlafen“, weiß Bontus als ständiger Beobachter der Rennen, dass sich die Formula Kite so rasant weiterentwickelt, wie es ihr Name vermuten lässt.

Aber auch er selbst war nicht untätig, hat die verletzungsbedingte Pause genützt, um seinen Körper auf die Rückkehr vorzubereiten und den Kopf nach all den Olympia-Nachwirkungen wieder freizubekommen. „Körperlich bin ich so gut drauf wie noch nie“, sammelte der passionierte Schnellfahrer tausende Rennrad-Kilometer. Für einen Perspektivenwechsel sorgte die Ausbildung zum Gleitschirm-Piloten. „Wenn ich nicht am Wasser bin, dann trifft man mich meistens in den Bergen – und ab sofort auch in der Luft“, schmunzelt Bontus, der über Ehefrau Martina zu seiner neuen Leidenschaft gekommen ist.

Bezüglich der Erwartungshaltung für die traditionsreiche Trofeo Princesa Sofia, die zum bereits 55. Mal ausgetragen wird, bleibt Bontus aber am Boden. „Das Teilnehmerfeld ist unglaublich stark besetzt, es ist wirklich alles da was Rang und Namen hat.“ Also wird es auch zum Wiedersehen mit seinen Podiumsnachbarn von den Olympischen Spielen – dem silbernen Max Maeder aus Singapur und dem slowenischen Bronze-Gewinner Toni Vodisek – kommen. Insgesamt gehen 58 Fahrer aus 26 Nationen an den Start. Die Zielsetzung: „Ein Platz in den Top-Ten!“ Aber natürlich träumt Bontus von mehr. „Ich weiß, dass ich weiterhin den Speed habe, um ganz vorne mitzufahren, die Frage ist nur, wie schnell ich wieder in den Renn-Rhythmus finde.“

Erfolgscoach Luca Bursic traut seinem Schützling jedenfalls einiges zu: „Valentin hat in den letzten Wochen hart gearbeitet, um die Lücke, die durch seine Verletzung entstanden ist, zum Rest der Welt zu schließen. Wir sind auf einem guten Weg und freuen uns auf diese erste Standortbestimmung.“

Dass ihm die Ballermann-Regatta – die Rennen werden direkt vor der legendären Party-Meile ausgetragen – liegt, hat der Kia-Markenbotschafter im letzten Jahr bewiesen, als er zum ersten Mal in seiner Karriere über ein Weltcup-Stockerl jubeln durfte: Platz drei.

Das langfristige Ziel ist dementsprechend klar: wieder ganz vorne mitfahren, auch und vor allem um Medaillen. Vielleicht schon bei der Weltmeisterschaft, die Mitte Mai im portugiesischen Viano Do Castelo ausgetragen wird, spätestens aber bei der Europameisterschaft Anfang September in der Türkei. Und dann natürlich in 840 Tagen bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles.